Fühlen Sie sich manchmal überfordert, während die anderen Menschen um Sie herum locker mit allem umgehen können?

Empfinden Sie Lärm als unangenehm und schmerzhaft?

Meiden Sie große Menschenmassen, weil zu viele Eindrücke auf Sie einströmen?

Haben Sie häufig das Gefühl, sich früher zurückziehen und ausruhen zu müssen als andere?

Meinen Sie, etwas sei deshalb mit Ihnen nicht in Ordnung, falsch zu sein auf dieser Welt, wie von einem anderen Stern?

Dann könnte es sein, dass Sie hochsensibel/hochsensitiv sind!
(unten finden Sie einen Link zu einem Test)

WAS VERSTEHT MAN UNTER HOCHSENSIBILITÄT?

Die Hochsensibilität wurde von Dr. Elaine N. Aron, einer US-amerikanischen Psychologin und Autorin zum ersten Mal in ihrem Buch „the highly sensitive person“ beschrieben. Nach ihr sind bei ungefähr jedem Fünften/jeder Fünften alle Sinneskanäle dauernd offen für Reize, die ungefiltert im Nervensystem ankommen. Man spricht dann von einer Hochsensiblen Person (HSP). Betroffene sind schneller überreizt und brauchen mehr Phasen des Rückzugs und des Alleinseins als andere.

Dabei ist die Wahrnehmungsfähigkeit von HSPlern überdurchschnittlich differenziert, d.h. sie nehmen viel mehr Informationen auf als ihre Mitmenschen, aber ihr Gehirn ist häufig nicht in der Lage, die Reize (Sinnesinformationen) adäquat zu verarbeiten – es entsteht eine Reizüberflutung. Man kann sich das so vorstellen, dass dem hochsensiblen Menschen die „Filter“ fehlen, die ihn vor zu vielen Einflüssen schützen.

Wenn Sie hochsensibel sind, nehmen Sie evtl. auch Reize wahr, die bei anderen „weggefiltert“ und gar nicht bemerkt werden. Sie können vielleicht schlechter umgehen mit Lärm, lauter Musik oder Musikberieselung, starken Gerüchen, Menschenansammlungen, und Sie fühlen sich in einer Gruppe von mehreren Menschen schnell unwohl, weil Sie auch Dinge wahrnehmen, die anderen verborgen bleiben.

Auch fühlen Sie sich schneller erschöpft und überfordert als andere und sind dadurch weniger belastbar. Wenn Hochsensible nicht achtsam mit sich umgehen oder gar versuchen, sich an die anderen anzupassen, kommt es irgendwann zu deutlichen Stressreaktionen: Es bleibt Ihnen dann nichts anderes übrig, als sich von allem zurückzuziehen.

Deshalb sind das Erlernen von Achtsamkeit (Innehalten, Selbst-Beobachtung, Annehmen) und Selbst-Regulierung erste wichtige Schritte. Denn wenn Sie vorzeitig erkennen, wann es Ihnen zuviel wird, können Sie rechtzeitig gegensteuern.

Das Positive: Hochsensible haben oft besondere Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Intuition, Feinfühligkeit, Kreativität, Reflexions-fähigkeit, usw., aber manchmal können sie diese Fähigkeiten nicht voll nutzen, weil sie damit beschäftigt sind, den Alltag mit den vielen Anforderungen und Reizen zu bewältigen. Dass Hochsensibilität auch positive Seiten hat (z.B. werden Musik, Kunst, die Natur, neue Orte und Länder viel intensiver erlebt; man kann gut zuhören, auf andere eingehen, instinktiv Stimmungen erfassen) und nicht nur eine Belastung oder Störung sein muss, erfahren noch viel zu wenig Betroffene.

Auf meinen Seiten finden Sie hilfreiche Methoden (z.B. Focusing), die zur Stresslösung beitragen und es Ihnen ermöglichen, sich selbst so anzunehmen, wie Sie sind, mit allem, was Sie ausmacht, und so mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Lebensfreude zu gewinnen.

Lesen Sie hier weiter zu AD(H)S + HOCHSENSIBILITÄT

Informationsquellen:

In Deutschland widmet sich der Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V. u.a. der Informationssammlung und –bereitstellung sowie der Unterstützung lokaler Aktivitäten, wie Vorträge und Gesprächskreise: http://www.hochsensibel.org

In der Schweiz: www.hochsensibiliaet.ch
In Österreich: www.zartbesaitet.net mit Test zur ersten Einschätzung der eigenen Hochsensibilität