FOCUSING (lat. focus = Mittelpunkt, Brennpunkt) wurde von Eugene Gendlin, Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität Chicago, entwickelt. Es basiert auf der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers. Gendlin beobachtete, dass eine Therapie dann erfolgreich ist, wenn der Klient seine körperlichen Empfindungen in die Lösungssuche mit einbezieht. Wenn quasi die „Weisheit des Körpers“ mit ins Boot geholt wird. Diese Fähigkeit kann sich jeder aneignen; Gendlin hat dafür das 6-Schritte-Modell entwickelt.

Gendlin: „Focusing nenne ich die Zeit, in der ich mit etwas bin, das ich im Körper spüre – zwar noch vage, aber ich weiß schon, dass es etwas mit meinem Leben zu tun hat“. Das vage, noch unklare, aber körperlich schon Gespürte, das sich immer auf etwas im Leben bezieht, nannte Gendlin „Felt Sense“. Der „Felt Senseist eine körperliche Resonanz, also eine körperliche Antwort auf ein Thema oder Problem, mit welchem ich gerade beschäftigt bin.

In der Focusing-Therapie arbeiten wir mit

  • Körperempfindungen
  • dem Atem, der Haltung, Bewegungsimpulsen
  • (belastenden) Gefühlen
  • (einschränkenden) Gedanken
  • Träumen und Imaginationen
  • Inneren Teilen, z.B. dem Innerem Kind, dem Inneren Kritiker/inneren kritisierenden Stimmen, dem Inneren Ratgeber, dem Innerem Erwachsenen u.a. Persönlichkeitsanteilen
  • strukturgebundenem Erleben.

Wenn wir mit absichtsloser, annehmender Aufmerksamkeit wahrnehmen, was als Resonanz im Körper zu einem Thema oder Problem auftaucht, kann es sich in Bildern, Gedanken, Emotionen, Körperempfindungen und Bewegungsimpulsen entfalten.

Daraus entsteht etwas Neues, noch nicht Gewusstes. Wir finden Antworten auf anstehende Fragen, Lösungs- und Handlungsschritte, begleitet von körperlicher und seelischer Erleichterung.

VIDEOS: in englischer Sprache mit Eugene Gendlin